Burda 01/2009

Vorab gleich mal gesagt: das Heft hat mich ziemlich enttäuscht. Kein besonders nennenswertes Highlight.

Den Schnitten der ‚Modern Woman‚-Kollektion kann ich nichts abgewinnen. Wenn dieses 80er-Revival zeitgemäss sein sollen dann bin ich gerne von gestern. ;)

Die Karobluse 117 und Kleid 119 hingegen sind echt süss. Beide durch den Stoff etwas bieder und dadurch gerade interessant um mit dem Klischee zu spielen.

Auf Seite 22 dann nochmal die 105B-Version des Rocks aus der Modern Woman-Reihe – in Karo leider immernoch potthässlich. igitt

Der kurze Blazer 114B hat es mir echt angetan. (Passend dazu im ‚Workshop‚ eine Anleitung zum Einsetzen der runden Blenden.)

Fashion Flash‚ – und wieder grüsst der Parka! Gnah! bäh

Das Kostüm, bestehend aus Jacke 127 und Rock 128, vom ‚Exclusiv-Design‚ gefallen mir dafür sehr gut. Die zwei könnte ich mir sehr gut in einem schönen pflaumenblau vorstellen. Daumen hoch

Meine Lieblingskategorie ‚Plus aktuell‚ diesmal wieder mit etwas unpassenden Designs. Nehmen wir als Beispiel mal Jacke 133A. Die sieht an dem Model mit Grösse 36/38 echt super aus, aber welche füllige Frau soll in dem engen, kurzen Schnitt vorteilhaft aussehen? Ebenso die Kombi aus Rock 132 und Shirt 131A, welches man durch einen Bindegürtel auf Taillenhöhe (!!!) auf Figur bringen soll. headbash

Aber nun zum Höhepunkt aller Grausamkeit. Oh – mein – Gott! Ich habe echt einen Hang dazu mich fremdzuschämen – und die ‚Faschingsmode‚ gibt mir jeden Grund dazu. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Kreativabteilung nach einem ausgiebigen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt und dazugehörigem Glüchweinabsturz die Kostüme möglichst billig und vor allem möglichst peinlich gestalten wollte. Mission erfüllt, liebe Burda! lachtot

Um zwei Erwachsene in kürzester Zeit in Herrn und Frau Sackmann zu verwandelt (und ihrer Würde zu entledigen) benötigt man nicht mehr als eine ausrangierte Netzstrumpfhose, gelbe Gummistiefel und Handschuhe, Klebeband, einen Haufen gelbe Säcke (bestenfalls unbenutzt) und jede Menge Mut!

Wer seine Kinder nicht liebt und sie für den Rest ihrer Schulzeit zum Gespött machen möchte schickt sie als Billy Idol (den kennen die Kinder von heute natürlich noch!!) und Kratzbürstchen los. Hierzu wurde der Junge lediglich mit Kabelbindern und einer aufblasbaren Gitarre verunstaltet. Beim Mädchen wurden schätzungsweise 40 Putz-/Topfschwämmen aneinandergebunden und um das arme Kind drapiert.

Die drei nächsten Modelle sollen wohl für junge Frauen gedacht sein. rolleyes Cool Water Lady hat weniger mit dem bekannten Duft sondern viel mehr mit PET-Resteverwertung zu tun. Denn über pinken Strumpfhosen, einer silbernen Leggins mit farblich passendem Body und der Burda-Allzweckwaffe – einer alten Netzstrumpfhose – trägt die faschingsbegeisterte Frau von Heute ein Tutu aus Blasenfolie (Verpackungsmaterial) und ein Gewirr aus zerschnittenen Pfandflaschen. o.O

Für Fans der Künstlerin Frida Kahlo hat sich die Redaktion auch ein Modell einfallen lassen. Laut Burda soll man sich alles farbenfrohe, von Fleece- über Tischendecken, überwerfen und als Finish werden die dicken Augenbrauen mit Hilfe von Klebeband im Gesicht angebracht.

Sehr lustig auch die Phantasiefigur Lady Pingpong. Strumpfhose an, Rock und Shirt drüber und dann rund herum Tischtennisbällen von den Innenseite gegen den Stoff drücken und von der rechten Seite mit Geschenkband verknoten. Diese Verkleidung ist so hässlich, dass man damit garantiert die Einzige auf der Party ist.

Nachfolgend gab es dann noch drei Vorschläge für Teil-Entstellungen. Die Brille, mag sie noch so hässlich sein, lass ich mir ja noch gefallen. Sowas habe ich sogar schon zum kaufen gesehen. Was allerdings der Hut und die Kappe sollen weiss ich nicht.

Fazit: Bei allen Modellen wurde überhaupt nichts genäht (schon armselig bei einer Zeitschrift für Hobbyschneiderinnen). Die waren doch auf Drogen!! joint

Bei den ‚Kindern‚ habe ich mich total in das Hängerleidchen 136B verliebt. Ansonsten sgefallen mir die Schnitte nicht und die Sachen sind alle zu wild gemustert. Das lässt die Kiddies aussehen wie Zigeuner. rolleyes

Auffällig in diesem Heft: Hosen mit hohem Bund. Modisch schon länger wieder im kommen, jetzt auch zum nachhähen. Mir sagt dieser Trend überhaupt nicht zu. Nachdem auch Röhre und Karottenjeans ihr Comeback geschafft haben gibt es demnächst wohl auch die alte Schlaghose in Neuauflage.

Die nächste Ausgabe werde ich vorm Kauf lieber erstmal wieder genau inspizieren!

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5 Gedanken zu “Burda 01/2009

  1. Ich kenne solche Probleme. Wenn ich mir den PLAYBOY kaufe, erwarte ich spannende Interviews und Hintergrundberichte. Und was bekomme ich? Nur nackte Frauen, die sich an tropischen Orten räkeln. Widerlich! 😉

    • LOOOL! Du Spinner. 😛

      Unter uns Betschwestern: ich fand den Playboy immer sehr langweilig. Da kann man sich auch die Maxim kaufen… Bei Hustler und Penthouse gibts da eindeutig mehr zu sehen. Die geben sich wenigstens nicht für eine bestimmte Art von Magazin aus und halten dann nicht was sie versprechen. *pfeif*

  2. Da bin ich ja richtig froh, dass ich keine Hobbyschneiderin bin. Bei uns gibt’s übrigens das Rupertusblatt – Neues aus der Welt der Kirche. Das hält, was es verspricht.

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