ein neues Kapitel für die Kategorie ‚Dinge, die ich nie wissen wollte‘

Was eint uns knit-aholics? Richtig, die Liebe zu unserem Hobby! Umso angeekelter war ich, als ich über unten eingefügtes Video gestolpert bin.

Nachdem der Liebste und ich nun schon seit knapp 4 Monaten auf jegliche Art von Fleisch verzichten (und weil wir das immer gefragt werden – ja, dazu gehört auch Fisch ) – wobei Verzicht es nicht trifft, denn es fehlt uns nicht -, habe ich mir über mein Hobby oder Kleidung im Allgemeinen nie Gedanken gemacht.

Pelz und Fell geht gar nicht, Leder muss nun nicht gerade sein, wobei ich das aus unerklärlichen Gründen nicht kategorisch ablehne, aber Wolle und Seide sind doch in Ordnung. Schließlich müssen dafür keine Tiere leiden oder gar sterben. Doch stimmt das wirklich?
Irgendwie packte mich dann die Neugier und ich wollte erfahren woher meine Wolle kommt.
Australische Schäfer, Lieferanten für etwa 30-40% der weltweit benötigten Wolle, züchten vor allem Merinoschafe, da diese am ergiebigsten sind; und dabei sind Merinoschafe für dieses Klima gar nicht wirklich gemacht. Noch schlimmer wird aber die Tatsache, dass die Rasse über jahrelange Zucht immer mehr Hautfalten bekam, um noch mehr Wolle zu produzieren. Diese Räume (oder besser: die offenen, feuchten Wunden) bieten das perfekte Umfeld für Fliegen, deren abgelegte Eier sich zu Maden entwickeln, die sich vom Fleisch der Schafe ernähren. Auch die Stellen unter dem Schwanz der Schafe locken, bedingt durch die Exkremente, Fliegen an, so dass die Schäfer den Lämmern vorsorglich Fleischstreifen von den Hinterbeinen schneiden und auch den Schwanz entfernen (Mulesing) um eine Vernarbung dieser Gegend zu erreichen. Brutal? Auf jeden Fall! Effektiv? Keineswegs, denn die offenen Wunden locken noch vor dem Verheilen neue Fliegen an.

Warnung: Zarte Gemüter sollten sich das Video lieber nicht anschauen!

Und mein Fazit? Tja, schwer zu sagen, denn das Stricken ist mein Hobby und es gibt keinerlei (mir bekannte) Siegel, welche die Herkunft von Wolle auszeichnen. Als Verbraucher ist man immer auf die Aussagen des Herstellers angewiesen und muss diesen vertrauen. Aber der Spaß an Merinowolle ist mir jetzt erst einmal vergangen.
Ich habe zwar noch einen ordentlichen Vorrat an Wolle, aber bei neuer werde ich besser vorerst auf rein pflanzliche ausweichen oder mich im Vorfeld ausreichend informieren.

Was sagt ihr dazu? Geschockt, gleichgültig oder war euch dieser Zustand bereits bekannt? Möchte hier keinen bekehren sondern lediglich einen Zustand zur Diskussion machen. 

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